Zweck des Mindestlohn sei es es, jedem Arbeitnehmer ein existenzsicherndes Monatseinkommen zu sichern. Diesem Zweck, so das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil vom 21.12.2016 ( 5 AZR 374/16), dient jede dem Arbeitnehmer verbleibende Vergütungszahlung unabhängig davon, zu welcher Tageszeit, unter welchen Umständen und in welcher Qualität die Arbeit erbracht wurde.

Demnach sind alle zwingend und transparent geregelten Gegenleistungen des Arbeitgebers für die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers Bestandteile des Mindestlohns. Im konkreten Fall sah das Gericht den Anspruch auf Mindestlohn einer Telefonistin (Call-Center Agent) als erfüllt an, da diese Wechselschichtzulagen und Leistungsprämien erhalten habe.